Egal, ob in Politik oder Großkonzernen – Videobotschaften haben sich zu einer der beliebtesten Möglichkeiten der Informationsvermittlung entwickelt. Wir zeigen, worauf bei CEO-Videos zu achten ist und was Firmenbosse in Sachen Videokommunikation von Donald Trump lernen können – oder besser nicht.

Schon immer haben Politiker versucht, die Gesellschaft und deren Wünsche, Ängste und Bedürfnisse in fesselnden Reden bei Veranstaltungen, im Radio oder später im Fernsehen für sich zu gewinnen. Nun, im Zeitalter der digitalen Medien, ergeben sich ganz neue Möglichkeiten, große Menschenmengen zu erreichen – und zu begeistern.  Der ehemalige Präsident der USA, Barack Obama, gehörte zu den Ersten, die das Internet, soziale Netzwerke, Newsletter und Online-Video-Streaming sowie deren Chancen nutzten. Und so wurde er – so scheint es – zu einem der kommunikativsten, transparentesten und kontaktfreudigsten Präsidenten überhaupt. Einer, von dem man auch auf Corporate Ebene in Sachen Kommunikation nach außen viel lernen konnte.

Klar, die Probleme und Reichweiten von CEOs und Präsidenten unterscheiden sich auf den ersten Blick deutlich. Doch die Zielsetzungen ähneln einander sehr, z.B.:

  • Der Versuch viele Menschen mit einer Botschaft zu erreichen,
  • diese von einer Strategie zu überzeugen,
  • den Zusammenhalt zu stärken
  • und so die gemeinsamen Ziele zu erreichen.

Wir haben uns gefragt: Von welchen Weltpolitikern kann man aktuell in Sachen CEO-Videos etwas lernen? Und wieder ging der Blick innerhalb unserer Referenzsuche gen USA. Auch der derzeit mächtigste Mann der Welt nutzt digitale Medien, um seine Botschaften nach außen zu tragen. Wir haben seine Videobotschaften analysiert und sind zu dem Entschluss gekommen: Auch von Donald Trump kann man viel lernen, zumindest wie man NICHT kommunizieren sollte.

Hier folgen nun unsere DOs and DONT’S für CEO-Videos. Mit herzlichem Dank an Donald Trump!

Do: Videos zur Motivation der Mitarbeiter
CEO-Videos haben innerhalb einer Firma (z. B. als Weihnachtsgruß an die Mitarbeiter und deren Familien) absolut positive Auswirkungen. Ein solches Video drückt die Wertschätzung der Führungsetage gegenüber den Mitarbeitern aus und kommuniziert wunderbar den vielzitierten Teamgeist. Geachtet werden sollte auf die richtige Botschaft und darauf, diese authentisch rüberzubringen.

Don‘t: „Ungefiltert“ reden
Wenn man sich so „richtig“ in Rage redet, kann es schon mal vorkommen, dass Informationen nach außen getragen werden, die man lieber für sich behalten hätte.  Deswegen muss eine Ansprache wie ein guter Film aufgebaut sein. Das heißt: wohlüberlegt, geplant und gescriptet. So liegt der Fokus auf dem Wesentlichen, und es dringen keine Informationen nach außen, die nicht kommuniziert werden sollten.

Wir sehen CEO-Videos stets als vertrauensschaffendes Medium für Innen UND Außen. Deswegen werden alle internen Botschaften von uns so gestaltet und gescriptet, dass man sie auch extern kommunizieren könnte. So wird möglichen Leaks vorgebeugt und Peinlichkeiten werden verhindert.

Apropos „Redefluss“. Es ist eine Glaubensfrage, ob der CEO die Botschaft vom Teleprompter lesen oder frei sprechen soll. Ein Richtig oder Falsch gibt es nicht. Es hängt davon ab, womit sich die Person vor der Kamera am wohlsten fühlt. Hat man aber eine Rede gespickt mit heiklen Zahlen und sensiblen Aussagen, ist der Teleprompter sicher eine gute Wahl. Das Ablesen von einem Teleprompter benötigt aber Training!

Do: Auf Diversität setzen!
Videobotschaften können unterschiedlichster Natur sein. Diese reichen von der direkten Ansprache in die Kamera, über ein geführtes Interview (z. B. von der PR-Abteilung oder externen Journalisten) bis hin zu etwas ausgefalleneren Ideen.

Ein gelungenes Beispiel für ein professionelles CEO-Video liefert hier  die OMV. In dem Statement erklärt CEO Rainer Seele, welche Bedeutung Nachhaltigkeit für das ganze Unternehmen hat.

Don‘t: Sich zum Affen machen!
Humor sollte bedacht eingesetzt werden. Sich selbst nicht zu ernst zu nehmen ist erlaubt. Das Vorhaben oder Andere ins Lächerliche zu ziehen, um sich selbst besser darzustellen, ist aber ein absolutes No-Go. Zeigen Sie Respekt, sowohl sich selbst als auch dem Publikum gegenüber.

Wichtig: das Outfit muss passen!

Der CEO muss seriös und sympathisch wirken. Verkleidungen sind tabu, auch wenn damit die Wahl auf einen dunkelblauen Anzug mit weißem Hemd und roter Krawatte fällt. Und natürlich kann passende Kleidung die Wirkung der Botschaft verstärken. Ist man sich in Sachen Outfit unsicher, sollten Alternativen zum Dreh mitgenommen werden. Ein erfahrener Regisseur wird hier begleiten und unterstützen können. Der Fernsehprofi vermeidet außerdem filigrane Muster, sie können zu technischen Problemen bei der Aufnahme führen. In jedem Fall sollte das Outfit vor dem Filmen überprüft und adjustiert werden.

 

Do: Bei Videobotschaften geht um die Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern und gelebte Professionalität. Diese drückt sich nicht nur in der Botschaft selbst aus, sondern auch über das Making-of. Je professioneller das Video gefilmt, desto besser kommt die Botschaft an. Arbeiten Sie deshalb mit Profis!

Don‘t: Das Video sollte also keinesfalls selbst gefilmt werden – auch nicht von der Assistentin mit dem Handy. Sonst sehen die CEOs am Ende aus wie eine Tomate  unter der Wärmelampe. Carotin-Kapseln sind dann gar nicht mehr notwendig.

Massiver Solarium- und Selbstbräunermissbrauch sind für die Seriosität des Auftritts nicht hilfreich. Ebenso schlimm ist es aber, wenn der Chef vor der Kamera steht und Schweißperlen für besondere „Glanzmomente“ auf der Stirn sorgen.

Professionelle Hilfe ist folglich absolut empfehlenswert. Denn die Kamera ist hochauflösend und gnadenlos. Unreinheiten und/oder ein unschöner (z. B. oranger) Teint werden bei Filmaufnahmen so deutlich wie noch nie zu sehen sein.

Wichtig: Einmal ist keinmal!

Regelmäßigkeit lautet das Zauberwort beim Versenden von CEO-Videos. Viele Unternehmen versenden solche Videobotschaften im Quartalsrhythmus, um z. B. die gemeinsamen Ziele nochmals zu fokussieren oder das letzte Geschäftsjahr Revue passieren zu lassen. Andere Firmen kommunizieren über den Videokanal regelmäßig wichtige Ereignisse und Entwicklungen, welche sie an die Mitarbeiter weitergeben möchten.

Schnellschussaktionen sollten in jedem Fall vermieden werden. Es ist wichtig, eine gewisse Konsistenz zu etablieren – sowohl in der Umsetzung wie auch beim Timing.

Roland Aßmann

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