In diesem Artikel geben unsere Experten wichtige Tipps in Sachen Imagefilm und verraten, was es mit dem “CORPORATE TOURETTE” auf sich hat – und warum Sie sich davor hüten sollten.

Tipps für den perfekten Imagefilm

Kennen Sie das: Sie sehen einen Imagefilm zum ersten Mal und denken sich, den hab ich doch schon einmal gesehen? Haben Sie nicht, aber den Text haben Sie schon zig mal gehört. CORPORATE TOURETTE nennen wir die Krankheit. Schwallartiges Vomitieren inhaltsleerer Redewendungen ist die Folge. Das kann ein Problem werden, denn die Zielgruppe ist im Umgang mit Medien so kompetent wie noch nie. Die Kombination aus CORPORATE TOURETTE und Film kann sogar einen kapitalen Imageschaden verursachen. Umso wichtiger ist ein authentischer Auftritt – und der beginnt bereits bei der Konzeption des Imagefilmes und seinen Botschaften.

“Wir sind die Besten!” – geht gar nicht.

Ein Test: „WEST4MEDIA ist DER Premiumanbieter für hochwertiges Bewegtbild! Mit dem Know-how unserer Experten schaffen wir Produkte, die Kreativität mit Kompetenz verbinden und Ihnen signifikanten Mehrwert garantieren. Mit höchsten Ansprüchen und effizienten Abläufen überzeugen wir Partner und Kunden.“ Spricht Sie das an? Großartig, dann müssen Sie gar nicht weiterlesen. Setzen Sie sich am besten gleich mit uns für Ihre nächste Videoproduktion in Verbindung.

Sie finden, an dem Text ist was faul? Gut möglich. Stellen Sie sich vor, Sie lernen eine Person kennen, die sich so eingebildet und oberflächlich vorstellt. Dass da so etwas wie Sympathie entsteht, ist höchst unwahrscheinlich. Der Blick auf die erfolgreichen Kommunikatoren in Sozialen Medien bestätigt: es gibt keine Klicks für austauschbare Floskeldrescher. Aber seltsamerweise werden Unternehmen immer wieder Opfer des Corporate Tourettes. Ein ironischer Film über einen Gemüsehändler bringt diese Unart auf den Punkt:

Video: Die Mutter aller Imagefilme

Der Imagefilm muss Nutzen schaffen

Als Einstieg ein paar der bekannten Phrasen aus dem CORPORATE TOURETTE:

  • Wir gehen die Extrameile
  • Nachhaltigkeit steht an oberster Stelle
  • Kundenzufriedenheit ist unser oberstes Gebot
  • Leidenschaft ist unser Antrieb

Diese Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Doch es funktioniert nicht, wenn PR und Marketing im Film in dieser Form daherkommen. Erstens, weil diese unsympathische Selbstbeweihräucherung komplett austauschbar ist. „Kundenorientierung ist unser täglicher Antrieb“, für welches halbwegs intakte Unternehmen würde das nicht gelten? Zweitens transportiert man damit keine nützlichen Inhalte. Aber genau das erwartet die Zielgruppe. Sie will substantiell informiert und im Idealfall unterhalten werden. Es gibt also eine klare Mission: Der Film muss Nutzen schaffen! Wie erreiche ich das? Durch echte Informationen, Argumente und unterhaltsames Storytelling.

Es ist schon schlimm, in Mitarbeitermagazinen und Unternehmensbroschüren von „effektiver Problemlösungskompetenz für Ihr Business“ zu lesen, aber im Bewegtbild ist es unverzeihlich. Im Print führt der Phrasenteppich dazu, dass man den Text überfliegt und weiterblättert. Bei Film sind die Konsequenzen härter. Film funktioniert in der Unternehmenskommunikation so gut, weil sich damit Information und Emotion gleichzeitig vermitteln lassen. Das mit der Emotion kann aber nach hinten losgehen, wenn die Information nicht passt.

Authentizität und Glaubwürdigkeit sind Pflicht

Der frustrierendste Fall ist wahrscheinlich, wenn sich der CEO vor die Kamera stellt und beginnt, mit Floskeln um sich zu werfen. Die Inhaltsleere wird nicht nur den Abschaltimpuls wecken, damit enttäuscht man den Zuseher, er fühlt sich für dumm verkauft. Hundertmal hat der Rezipient schon „vom hohen Leistungsanspruch und der kompromisslosen Qualität“ gelesen. Wenn er es nun zum hundertunderstenmal vom CEO hört, verliert der jeden Anspruch auf Authentizität und Glaubwürdigkeit.

Auch aus einem Interview muss der Zuseher Nutzen ziehen können. Der Anspruch muss sein, dass hier eine Person ihre Überzeugungen sowie Einsichten vertritt und nicht einen Absatz aus der gestrigen Presseaussendung auswendig gelernt hat. Dazu ein weiteres gutes schlechtes Beispiel, wo neben dem Inhalt sogar das Bild beliebig ist:

Video: This is a generic Brand Video!

Der Weg zum optimalen Imagefilm Konzept

Um einen guten Film zu produzieren, muss die erste Frage sein: Was will der Rezipient wissen? Und nicht: Was will ich erzählen? Mit der Antwort darauf erzählen Sie eine Geschichte mit klarer Botschaft. Erfolgreich sind oft Filme, die das Know-how eines Unternehmens erklären. Überlegen Sie sich also, was ihr Unternehmen einzigartig macht und besonders gut kann. Oder was sind die Themen aus Ihrem Job, mit denen Sie bei Familie und Freunden Eindruck schinden können? So finden Sie die Inhalte, mit denen auch der Zuseher erreicht wird. Naheliegend sind How-To-Videos wie dieses hier, das wir für die OMV produziert haben. Einfache Worte und starke Bilder erklären, wie man Ölfelder klug und nachhaltig nutzt:

Video: Unsere Welt hat so manche Löcher

Corporate TV funktioniert also am besten, wenn Sie die Marketing-Brille gegen eine Journalismus-Brille tauschen. Und vermeiden Sie Lobeshymnen auf sich selbst. Entschlacken Sie, indem Sie Füllwörter aus Ihren Texten verbannen. Und wenn Sie gerade dabei sind, schmeißen Sie ungebräuchliche Fremdwörter raus. Aber vor allem: Verzichten Sie auf Floskeln!  Wenn man zum Beispiel die Mitarbeiter vor die Kamera holt und sie von ihrem beruflichen Alltag erzählen lässt, gelingt das fast von selbst:

Video: Willkommen, Du passt zu uns, Daniel.

Wenn sie dem Corporate Tourette abschwören und Ihr nächstes Projekt auch noch gemeinsam mit den Profis von WEST4MEDIA produzieren, können Sie sich sicher sein, dass Sie am Ende des Prozesses ein Premiumprodukt in Händen halten, das den höchsten Ansprüchen genügt und Ihre Kommunikation mit Kunden und Partnern auf ein neues Level hebt. Sorry, der Satz musste jetzt sein …

Roland Aßmann

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